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Nach starken Regenfällen
geht man lieber ins Chlorwasser‑Schwimmbad
AargauerZeitung
«Die Qualität des Badewassers ist in allen Seen
gut», schreibt das Kantonale Labor Zürich auf seiner Homepage.
Und. «Es kann im ganzen Kanton ohne Einschränkungen gebadet
werden.» Gemäss Alfred Besel, Bereichsleiter Trink‑'und
Badewasser am Kantonalen Labor, bestimmen , mikrobiologische
Untersuchungen den Grad der Verunreinigung durch Fäkalien.
Daraus ergibt sich ein Hinweis auf möglicherweise vorhandene,
krankheits-erregende Bakterien und Viren. Das Badewasser wird
dabei in die vier Qualitätsklassen «A», «B», «C» und «D»
eingeteilt. Dabei gelten «A» und «B» als gut; eine
gesundheitliche Beeinträchtigung ist nicht zu erwarten. «C»
bedeutet akzeptabel; eine Beeinträchtigung ist nicht
auszuschliessen. Man sollte nicht tauchen und sich nach dem
Baden gut abduschen. «D», zu guter Letzt, ist ein Warnsignal:
Baden ist mit einem gesundheitlichen Risiko verbunden.
Am Zürichsee hat das Kantonale Labor 26 Badestellen untersucht,
die alle mit der Bestnote «A» bewertet wurden. Ebenfalls
Bestnoten erhielten die drei untersuchten Badestellen am
Pfäffikersee und am Katzensee. Der Greifensee, problematisch für
Fische (siehe Haupttext), erhielt für zehn der zwölf
untersuchten Badestellen ein «A», für, die letzten bei den
Stellen hingegen je ein «B» und ein «C» *
Bei den Bewertungen handle es sich um Momentaufnahmen, sagt
Besel: Vor allem nach Regenfällen kann sich die Situation rasch
verschlechtern, wenn Jauche und Kot von Wiesen und Feldern
abgeschwemmt werden oder die Kanalisation überläuft. »
Generell
empfiehlt Besel beim Baden in Seen, das Herunterschlucken von
Wasser möglichst zu vermeiden. Wegen Zerkarien (Entenflöhe) ist
eine gründliche Dusche nach dem Bad ratsam. Und: Nach starken
Regenfällen besser auf das Baden in Seen, und Flüssen
verzichten. |
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In den Schwimmbecken der
Freibäder tummeln sich neben Badegästen neuerdings immer öfter
auch Harnstoffe.
Tages-Anzeiger
Schwimmbecken sind beliebte Tummelplätze von
Bakterien. Neu daran ist: Vor allem die Harnwerte sind
bedenklich hoch. So wiesen im vergangenen Jahr im Kanton Zürich
55 Prozent der Badewasserproben einen überhöhten Harnstoffgehalt
auf Im Jahr zuvor hatten nur 28 Prozent den Richtwert
Überschritten. Ein hoher Harnstoffwert zeigt an, dass die
Desinfektion nicht funktioniert. Dann können sich
Mikroorganismen wie Salmonellen oder Shigellen breit machen, die
zu Durchfall, Erbrechen und Fieber führen.
Welches Freibad im Kanton Zürich im letzten Jahr den höchsten
Harnstoffwert aufzeigte, will das Kantonale Labor nicht bekannt
geben. Grund für die markant höheren Werte seien jedoch die
veränderten Badegewohnheiten der Gäste: Harnstoff wird nämlich
nicht nur über den Urin ausgeschieden, sondern auch zu je einem
Drittel über Schweiss und über Sonnenschutzmittel.
Wer heute ins Schwimmbad geht, treibt dort oft auch Sport,
schwitzt stark und schützt sich im Vergleich zu früher
glücklicherweise auch besser gegen Sonnenbrand. Doch vor dem
Sprung ins Wasser verzichten viele Badegäste auf die reinigende
Dusche. Inzwischen ist es unter jugendlichen sogar cool, in
Unterhosen und Strassenshorts ins Wasser zu springen. Die
Konsequenz: Viele Bäder können die Richtwerte für den Harnstoff
nicht mehr einhalten.
Nicht zu viel und nicht zu wenig Chlor Verantwortlich für die
Sauberkeit sind die Bademeister. Sie müssen laut Vorschrift pro
Gast täglich mindestens 3o Liter Frischwasser nachspülen ‑ an
heisse Tagen, bei extremem Besucherandrang, ist die fünffache
Menge nötig, um die Richtwerte für Harnstoffe einzuhalten.
Ausserdem liegt es an den Bademeistern, morgens abzuschätzen,
wie viele Gäste zu erwarten sind. Bei grossem Andrang müssen sie
die Chlorkonzentration erhöhen. Dabei ist Fingerspitzengefühl
gefragt: Zu viel Chlor gefährdet die Gesundheit, zu wenig
fördert die Vermehrung unerwünschter Keime. Hat sich der
Bademeister verrechnet, muss er verstärkt Frischwasser zuführen
‑ was jedoch das Wasser abkühlt und Badegästen nicht gefällt.
Ungeduschte Körper tragen unzählige Keime mit ins Wasser, die
sich dort wie im Paradies fühlen. Die Verschmutzung durch Dreck,
Kosmetika, Schweiss und Schuppen zwingt viele Bademeister, gegen
Abend eines Badetages eine so genannte Stosschlorierung zu
machen. Damit spalten sie das gebundene Chlor ‑ das so genannte
Chloramin, das auch gesundheitliche Schäden verursachen kann ‑
wieder auf. Grundsätzlich gilt‑ je mehr Schmutzstoffe im Wasser
sind, desto mehr gebundenes Chlor entsteht. Empfindliche Nasen
riechen es, empfindliche Augen röten sich. Das gebundene Chlor
kann zu Unwohlsein, Schwindel und Atemnot führen un sogar Krebs
erregen. Es setzt Gase frei und schädigt die Lungen.
Mehr Duschen!
Sportämter und Kantonschemiker wollen nun Hygienekampagnen
starten. Doch damit ist es nicht getan., Es müssen
architektonische Massnahmen getroffen werden. So könnten zum
Beispiel Hecken am Poolrand verhindern, dass Badegäste von
aussen direkt ins Wasser springen. An den Durchgängen müssten
Duschen permanent in Betrieb sein, damit niemand trocken an den
Pool gelangt. Und Toiletten sollten in der Nähe des Pools stehen
‑ mit dazwischenliegenden Duschen.
Wie gut die Qualität des Badewassers ist, können kritische
Badegäste übrigens auch selber beurteilen: Riecht das Wasser
unangenehm nach Chlor, stimmt die Entkeimung nicht. Und: Das
Wasser sollte so klar sein, dass man auf den Grund sieht. |